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a close up of an animal

Pottwal
(Physeter macrocephalus)

Der Pottwal ist der größte Zahnwal und das größte Raubtier der Erde. Ausgewachsene Pottwalbullen erreichen eine Größe von 18 Meter und können bis zu 50 Tonnen schwer werden.

Von allen Walen tauchen sie am tiefsten und längsten. Sie können über eine Stunde die Luft anhalten und erreichen Tiefen von über 2000 m. Erwachsene Männchen nehmen täglich rund 1 Tonne Nahrung zu sich und werden rund 80 Jahre alt.

Pottwale leben in Gruppen mit komplexen sozialen Strukturen, wobei Frauen matriarchalische Gruppen bilden, in denen häufig mehrere Jungtiere und Kälber leben. Junge Männchen schließen sich anderen jugendlichen Männchen an, um “Junggesellengruppen” zu bilden, bevor sie als reife Erwachsene ein einsameres Leben führen und sich in der Paarungszeit nur vorübergehend Gruppen anschließen.

Der englische Name Sperm whale bezieht sich auf die irrtümliche Annahme der früheren Walfänger, die dachten, dass der Wal im Kopf ein Reservoir für Sperma hat. Sie fanden eine milchig-weiße, zähflüssige Substanz im Kopf des Pottwals. Heute nimmt man an, das die wachsartige Masse (Spermaceti) die Wale beim Tauchen, Navigieren, Jagen und Kommunizieren unterstützt.

Hören Sie dem Pottwal zu:

Allgemeine Infos

Größe der erwachsenen Tiere: 11 – 18 m

Nahrung: Kalmare, Kraken, große Fische

Verhalten: Häufig ruhend an der Wasseroberfläche beobachtet, ruhen sich zwischen den Tauchgängen aus und sozialisieren. Sie sind Walbeobachtungsbooten normalerweise gleichgültig, nähern sich uns jedoch gelegentlich neugierig, insbesondere Kälber und jüngere Tiere. Manchmal werden sie an der Oberfläche beim Springen beobachtet.

Verbreitung: Weltweit. Normalerweise in tiefen und küstenfernen Gewässern anzutreffen, aber sie nähern sich auch der Küste oder Inseln, wenn Tiefen von mindestens 200 m gegeben sind. Im Sommer ziehen sie an die Pole, die älteren Männchen gehen dabei in viel höhere Breitengrade als die Weibchen oder Jungtiere, die selten über 45ºN oder 45ºS hinausgehen. Der Winter wird in tropischen oder gemäßigten- warmen Gewässern verbracht. Vereinzelt gibt es Populationen, die einem Gebiet ganzjährig treu sind.

Madeira: Ganzjährig zu beobachten.

Unverwechselbare Eigenschaften: Großer, rechteckiger Kopf, der ein Drittel der gesamten Körperlänge ausmachen kann. Pottwale haben das größte Gehirn im Tierreich. Nur der schmale Unterkiefer hat Zähne. Das Blasloch ist wie ein Schlitz geformt und befindet sich auf der linken Oberseite des Kopfes. Ihr Blas ist nach links gerichtet. Ihre dunkelgraue Haut hat tiefe Furchen und mit dem Alter wird sie blasser. Pottwale haben eine Reihe von Furchen und Einkerbungen anstelle einer Rückenflosse. Ihre breite, tief gezackte Fluke hebt sich zu Beginn ihres Tauchgangs über die Wasseroberfläche.

Besonderheit: Amber oder Ambra: im Darm einiger Tiere gefundener Rückstand aus unverdauten Resten von verzehrten Tintenfischen. Diente früher als wertvoller Rohstoff für die Parfümindustrie.

Systematische Einteilung: Unterordnung: Zahnwale, Familie: Physeteridae (Pottwale)

Bedrohungen: Schwierige Bestandsschätzung. Mit großer Sicherheit sind Pottwale als beinahe gefährdet einzustufen. Sie werden immer noch (hauptsächlich von den Japaner) gejagt und kommen durch Kollisionen mit Schiffen um oder sterben, wenn sie sich in Fischernetzen verfangen. Durch die zunehmende Verlärmung der Ozeane sind sie in ihrer Orientierung gestört, was vermehrt zu Strandungen führt. Ihr einziger natürlicher Feind ist der Orca.

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