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a cat that is lying down in the dark

Mittelmeer Mönchsrobbe
(Monachus monachus)

Auf Madeira ist diese Art auch als „Lobo-marinho“ bekannt, ein Name, den frühe Entdecker der auf Madeira ansässigen Kolonie gegeben haben.

In frühen Zeiten gab es an der Südküste der Insel eine große Anzahl von Mönchsrobben, wobei Câmara do Lobos („Meeresboden der Wölfe“) tatsächlich nach einer großen Kolonie benannt war, die einst in dieser Bucht lebte.

Seit dieser frühen Zeit wurden Mönchsrobben gejagt und bald ging ihre Zahl dramatisch zurück. Ihr langer Lebenszyklus und ihre hohe Verwundbarkeit ermöglichen nur eine sehr langsame Erholung ihrer Population.

Heute ist die Art vielleicht die am stärksten gefährdete Wasserraubtiere der Welt.

Allgemeine Infos

Größe der erwachsenen Tiere: Bullen bis 2,50 m; Weibchen etwas kleiner.

Nahrung: Fische, Krebstiere und Kopffüßler; je nach Region auch Muscheln. Ihr Fressen suchen die Tiere in Küstennähe und bevorzugen flache Riffe.

Verhalten und Lebenszyklus: Sie jagen in Küstengebieten in Tiefen von 50-70 m oder in flacheren Gewässern. Sie brüten in abgelegenen Küstengebieten wie felsigen Ufern, was Beobachtungen selten macht. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 3-5 Jahren und Männchen mit 4-5 Jahren. Die Kopulation findet im Wasser statt, aber die Weibchen kommen an Land, um zu gebären, und wählen oft geschützte Höhlen, um ihre Jungen zu schützen. Die Tragzeit beträgt 9-11 Monate. Die Anzahl der Nachkommen pro Jahr hängt weitgehend von der Verfügbarkeit von Futter und dem körperlichen Zustand des Weibchens ab, besteht jedoch im Allgemeinen aus einem Kalb pro Jahr. Kälber werden ca. 4 Monate gesäugt.

Besonderheiten: Langer schlanker Körper mit kurzen Flossen, kleine flache Stirn; gleichmäßig dunkelbraune Rückenfarbe und hellere Bauchfarbe.

Lebensraum und Reichweite: Mönchsrobben leben in tropischen und temperierten Gewässern, vor allem das Mittelmeer und Nordwestafrika.

Verbreitung Madeira: hauptsächlich in Küstengewässern der Desertas-Inseln (Naturschutzgebiet) und in den Gewässern zwischen Madeiras Südost und den Desertas-Inseln zu sehen. Gegenwärtig gibt es dort ungefähr 40 Robben, wahrscheinlich die einzige Bevölkerung, die weltweit ein Wachstum verzeichnet. Hin und wieder gibt es auch an der Südküste Madeiras Sichtungen.

Systematische Einordnung:
Ordnung: Pinnipedia (Wasserraubtiere); Familie: Phocidae (Hundsrobben); Gattung: Monachus (Mönchsrobben).

Insgesamt unterscheidet man drei verschiedene Arten: Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus, Hermann, 1779), welche die seltenste Art darstellt. Weltweit wird ihre Zahl auf weniger als 500 Individuen geschätzt. Laysan- oder Hawaii-Mönchsrobbe (Monachus schauinslandi, Matschi, 1905) deren Bestand auf etwa 500-1000 Exemplare geschätzt wird. Karibische Mönchsrobbe (Monachus tropicalis, Grey, 1850), höchstwahrscheinlich ausgestorben (1952 letztes Mal gesichtet).

Bedrohungen: Lebensraumzerstörung, zunehmende Meeresverschmutzung, Überfischung sowie Verbauung der Küsten. Abgelegene Sand- und Felsküsten, an denen die Tiere ungestört ruhen können, werden immer rarer. Fischer und Touristen (Taucher insbesondere) dringen in die abgelegensten Gebiete vor.

Schutzmaßnahmen Madeira: Naturschutzgebiet der Desertas-Inseln, gegründet 1992.

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